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Soziologe über Wandel in Kölner Veedeln - KSTA vom 06.06.2017
Quelle: http://www.ksta.de/27028368 ©2017

„Man kann Entwicklung nicht einfach anhalten“

Leserbrief von Klaus Adrian
14.06.2017

Bezahlbar machen

WOHNRAUM

Zu „Man kann die Entwicklung nicht einfach anhalten“ Interview mit dem Soziologen Jürgen Friedrichs (3.6.) Jürgen Friedrichs sagt im Interview:
„Es dauert alles zu lange“ und an anderer Stelle: „Die Stadt muss rascher handeln“.
Dem ist vor allem in Hinblick auf Köln zuzustimmen.
Die positiven Erfahrungen anderer Städte, wie zum Beispiel München und Frankfurt, mit dem Erlass von Milieuschutzsatzungen dem Prozess der Zerstörung von bezahlbarem Wohnraum und Gentrifizierung entgegenzuwirken, wird in Köln immer noch nicht im notwendigen Maß genutzt.

Jahrelanger Leerstand kann nicht konsequent verfolgt werden, weil das Personal fehlt.
Die seit dem 1. Juli 2014 gültige Wohnraumschutzsatzung ist immer noch nicht den geänderten Bedingungen angepasst worden. Zweckentfremdung durch sogenannte „boarding houses“ wird nicht konsequent verfolgt.
Das jetzt mögliche Vorkaufsrecht der Stadt wird scheitern, wenn Köln das Geld fehlt, es im Ernstfall auch zu nutzen.
Wenn man schon nicht bereit ist, zusätzliches Personal den betroffenen Ämtern zur Verfügung zu stellen, dann sollte man zumindest die kostenlose Ressource nutzen, wie Herr Friedrichs vorschlägt, und Bachelor-Arbeiten veranlassen um zum Beispiel zu klären, in welchen Stadtvierteln bezahlbarer Wohnraum in größerem Ausmaß vernichtet wird, wo Luxussanierungen und Umwandlung in Eigentumswohnungen gehäuft auftreten und Mieter verdrängt werden.

Und, an der Stelle möchte ich ihm widersprechen:
Es gibt bisher immer noch keine gesicherten Daten zu den von ihm genannten Gebieten wie etwa das Viertel um den Rathenauplatz und die Südstadt.
Aber auch diese Daten-Lücke könnte man mit Hilfe von zum Beispiel Bachelor-Arbeiten fast kostenlos stopfen.

KLAUS ADRIAN, KÖLN